Trauertagebuch-angeleitetes Trauertagebuch-

Das angeleitete Trauertagebuch

Wie schon in der Einleitung erwähnt gibt es verschiedene Varianten, ein Trauertagebuch
zu gestalten. Ein angeleitetes Trauertagebuch und ein individuell selbst Gestaltetes.
Hier nun einige Vorschläge zu dem Aufbau eines angeleiteten Trauertagebuchs.



Diese Bücher sind anregungsvoll vorgestaltet. Sie bestehen aus mehreren Themen, die den
Trauernden dazu bewegen und anleiten etwas zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben.



Etwas über die Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart. Zum Beispiel Erinnerungen eines be-
stimmten Duftes, oder das gegenwärtige Gefühl, wenn man auf etwas trifft, was einem an den
lieben Verstorbenen erinnert. Oder gemeinsame Lieblingsorte, und Essen usw.
Oder eine Anregung was die Zukunft betrifft. Wie stellt man sich die Zukunft mit dem Verstorbenen vor, sozusagen ihm einen Platz zuweisen. Glaubt man an ein Leben nach dem Tod?...Trifft man sich irgendwann vielleicht wieder?...Was würde ich ihm dann sagen?
Oder das letzte Gespräch mit ihm... Was fühle ich dabei. Und noch vieles mehr.
So in etwa ist das Buch aufgelegt. Man hat dabei auch noch viel Raum zum Gestalten nach eigenen Wünschen.



In dem hinteren Teil des Buches habe ich einen Umschag eingeklebt mit dem Abschiedsbrief und einer Haarsträhne drin. Besonders empfehlenswert ist ein Brief zu schreiben, wo man
alles festhält, was an dem Verstorbenen noch alles sagen wollte. Gefühle, Argumente, Gegen-
argumente zu seinem Suizid.... Oder eine Antwort auf den Abschiedsbrief (falls vorhanden).
Am Anfang des Buches würde ich ein Bild empfehlen einzukleben. Am besten mit einem
schönen Gedicht drunter, dass eine Zukunft verspricht, und man die Hoffnung auf ein
Wiedersehen hat. Ich zum Beispiel hatte: "Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung. Uns trennt nur die Zeit". Denn nichts ist schöner als aus dem Glauben zu
leben.
Auch gibt es in den Büchern eine Rubrik über die gegenwärtige Situation. Zum Beispiel nach einem Jahr der Trauer. Wie geht es alles weiter ohne meinen Partner...Kind... Mutter... Vater...?
Man sollte nicht alles vollschreiben, sondern sich auch noch Raum für Bilder lassen. Fotos
von gemeinsamen Reisen, ein ganz besonderes Foto einer Momentaufnahme, Lieblingsrestaurant o.a. Ich wählte für die schriftliche Gestaltung eine sehr kleine Schrift-
größe am PC, druckte die Seiten aus, und klebte sie in das Buch, weil die Handschrift meist
größer ist, und es Platz sparen tut. So passt eben mehr hin.
Es wird vorgeschlagen, das Buch immer bei sich zu tragen, damit man die Erinnerungen oder Momente sofort niederschreiben kann. Würde ich aber nicht machen. Das strapaziert das Buch nur unnötig. Einen Stift und ein Zettel zu haben ist besser. Auch hatte ich nicht für jedes meiner Eintragungen Bilder von gemeinsamen Orten mit sehr schönen Erinnerungen.
Soweit es mir möglich war, holte ich das dann nach, indem ich nachträglich dort hin fuhr.
Zum Beispiel hatte mein Partner einen Lieblingsbaum in unserem Lieblingspark wo wir im Sommer unseren Feierabend gemeinsam genossen. Dort hatte er im Frühling immer an den
Blüten gerochen. Diese Blüten schnitt ich dann ab, und trocknete sie für das Buch. In unserem
Garten hatte er einen Wein gepflanzt. Den fotografierte ich dann später, um das Bild in mein
Buch zu kleben.
Wie ihr seht, sind dem keine Grenzen gesetzt. Das Buch verschlingt alles was man zur Ver-
arbeitung braucht. Meins wiegt bereits 600gr.
Auch habe ich Gespräche noch einmal rekonstruiert und eingeschrieben. Besonders unser
letztes Gespräch, 15 Minuten bevor sich mein Partner erhängte. Die Kripo war so freundlich, und lies es von der Sekretärin auf Papier schreiben. Ja, ...auch das geht, wenn man darum
bittet. Denn sie haben die Möglichkeit das Telefonat noch einmal abzuhören. Was sie in meinem Fall sowieso taten.

Ja...soweit das Wichtigste. Ich habe Euch noch einmal einige Auszüge aus meinem Trauertage-
buch rausgesucht zum Ansehen, damit man sich ein Bild machen kann.








Ich wünsche euch viel Kraft bei der Gestaltung eures Erinnerungstücks. Und denkt immer
daran, dass der Tod nicht das Ende sein muss. Wer sagt, dass es das Ende ist?...

Eine stille Umarmung an euch von mir



Wer nicht trauern kann , und den
Schmerz des Abschieds
nicht kennt, hat niemals wirklich und
tief geliebt,
niemals die kostbare Erfahrung gemacht
einen Menschen
ganz nahe zu sein
und seine Freude
und Traurigkeit mit ihm zu teilen.



Vertrauen wir auf Gottes Versprechen
"Die Auferstehung und das ewige Leben nach dem Tod"
(Offenbarung)


Menschen die in der Liebe leben,
sehen tiefer.
Menschen die aus dem Glauben leben, sehen alles aus einem
anderen Licht